Was sucht ein Konstrukteur und pensionierter Bauleiter in einem Steinbruch

Was sucht ein Konstrukteur und pensionierter Bauleiter in einem Steinbruch

Seit Jahrzehnten hat Wolfgang Fritze sich Kristallen und schönen Steinen verschrieben

(J.H.) „Stoasammler“, wie der Erzgebirgler sagt, erleben derzeit im Osten unserer Republik wieder einen größeren Zulauf. Das merkt auch Wolfgang Fritze. Der gelernte Maschinenbauzeichner und studierte Konstrukteur, Jahrgang 1951, hat seine frühe Kindheit in Michaelstein bei Blankenburg verbracht. Durch seinen Vater, Revierförster, hat er die Liebe zur Natur in die Wiege gelegt bekommen.

Nach dem Umzug nach Rübeland und seinem ersten Fund eines „Bodeachates“ (blaue Schlacke von der Eisenerzverhüttung) in der Bode, begann seine Interesse an Gesteinen und Mineralien. Seit Jahrzehnten ist der ehemalige Dimitroffwerker so in der Natur unterwegs und trifft an alten Aufschlüssen, in Steinbrüchen, auf einstigen Bergbauhalden immer wieder Menschen, die sich intensiv mit Natur und auch dem, was in der Erde zu finden ist, beschäftigen.

So manchen Rat zu Fundorten konnte er schon erteilen und auch so manchen Sammler auf fach- und sachgerechtes Sammeln von Mineralien und Gesteinen hinweisen.

Ehefrau Petra erfreuen vor allem die vielen schönen Wohnaccessoires, die der vielseitig orientierte und künstlerisch Interessierte aus dem Gesammelten „zaubert“. Aber auch sie lebt mit diesem, doch etwas selteneren Hobby, auch wenn die Exkursionen ihres Mannes, meist mit Mineralienfreunden aus der Magdeburger Fachgruppe für Mineralogie und Geologie im Kultur- und Heimatverein Magdeburg e.V. öfter etwas länger dauern und sie so manches Mal tagelang auf ihren Mann warten muss.

So erst im August dieses Jahres, als die Fundorte in der Schweiz um Sedrun, Saas Fee und im Val Bedretto lockten. Viele Stunden Arbeit in freier Natur und tolle Funde waren das Ergebnis ihrer Exkursion.

Sicher werden einige der Fundstücke gereinigt und formatiert, beschriftet, etikettiert und damit die Sammlung weiter ergänzt.

Aber Wolfgang Fritze ist oft im Harz und in der Heimat unterwegs. Die Steinbrüche rund um Magdeburg bieten heute immer wieder hervorragende Fundmöglichkeiten und ziehen immer wieder Sammler aus ganz Deutschland an.

So ist der Mann mit dem Schlapphut, Schlägel und Eisen, Lupe und viel Papier schon vielen Steinbruchbesitzern persönlich bekannt. Achtet er doch auch streng auf die wichtigste Regel beim Mineralien sammeln, sich beim Eigentümer des Bruchs, des Landstrichs oder des Feldes ordnungsgemäß anzumelden.

Und so plant der Holzwurm und Steinbeißer schon seine nächsten Exkursionen, wieder mit Mitgliedern der Fachgruppe, die eine Mineralienexkursion und eine Geologenexkursion in jedem Jahr vorbereitet.

Die Coronaepedemie hatte auch für die alljährlich stattfindende Magdeburger Mineralienbörse große Auswirkungen und Ausfälle verursacht, die jetzt wieder ad acta gelegt sind. Wolfgang Fritz freut sich auf jeden Fall auf den 6. November 2022, wenn im AMO Magdeburg wieder einen ganzen Tag lang Sammler aus ganz Deutschland ihre Schätze präsentieren.