Der Bergbaufachmann unter den Hobbymineralogen

Der Bergbaufachmann unter den Hobbymineralogen

Wussten Sie, dass in Magdeburg einst ein mächtiges Kaliunternehmen seinen Konzernsitz hatte?

Ich wusste weder das, noch dass es 1892 ein Bergrevier in Magdeburg als Nebenstelle des Oberbergamtes Halle gab. Auch das die einstige Gerhard-Korte-Straße, heute Martin-Andersen-Nexö-Straße nach dem Begründer der in Magdeburg ansässigen Burbach-Kaliwerke benannt war ist kaum noch in den Geschichtsbüchern zu finden.

All dies erfuhren die Heimatfreunde im Verlaufe eines spannenden Vortrags, den der heute 73 jährige, gelernte Bergmann und leidenschaftlicher Sammler montanwissenschaftlicher Zeitdokumente Klaus Pursche im September im Kultur- und Heimatverein hielt.

So reist der umtriebige „Bergmann a.D.“ rastlos und immer wieder durch die Lande und sucht nach Sachzeugen und Resten einer einst blühenden Montanindustrie in Mitteldeutschland und darüber hinaus bis ins böhmische Pribram.

Diese werden, wenn sie gefunden sind, akribisch fotografisch und beschreibend dokumentiert und mit archivalischen Zeitdokumenten bewiesen.

Vielen ist noch gut in Erinnerung, wie in seinen zahlreichen Vorträgen über das Verschwinden des Salzigen Sees im Mansfelder Land, den Wettiner Steinkohlenbergbau, oder den Kalibergbau von Staßfurt und Westeregeln thematisierte.

Somit dokumentierte er die Montangeschichte Sachsen- Anhalts, den es war ein Bergbauland.

Eine kleine aber feine, regionaltypische Mineraliensammlung nennt der ehem. Bergbautechnologe und spätere Sicherheitsfachmann heute ebenfalls sein eigen.

Schon aus Platzgründen sammelt Klaus Pursche vorwiegend kleinste bis kleine Mineralienproben, sogenannte Mikromounts. Neben dem geringen Platzzur Aufbewahrung bieten sich die Proben in ihren Kristallformen unter dem Mikroskop dem Betrachter zumeist unbeschädigt dar.
Schon aus Platzgründen sammelt Klaus Pursche vorwiegend kleinste bis kleine Mineralienproben, sogenannte Mikromounts. Neben dem geringen Platzzur Aufbewahrung bieten sich die Proben in ihren Kristallformen unter dem Mikroskop dem Betrachter zumeist unbeschädigt dar.

Unterstützt von Frau Monika und befeuert vom Interesse der Enkelkinder plant Klaus Pursche für die kommenden Jahre viele weitere Unternehmungen in Sachsen-Anhalt.

Wenn auch durch den familiär bedingten Umzug nach Magdeburg und dem damit verbundenen beruflichen Wechsel im Jahr 1974 sein Schacht Niederröblingen etwas weiter in die Ferne rückte, so ist er dennoch als Hobby weiterhin dem Berg- und damit den Montanwissenschaften treu geblieben.

Seine fotografische Sammlung von Fördertürmen und anderen Bergbauzeugen erregt immer wieder Bewunderung auch in Fachkreisen. Wissen doch längst die Fachgruppenmitglieder in der Braunschweiger Sektion, an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und anderswo vom Schatz, den der leidenschaftliche Hobbymineraloge hütet und immer weiter ausbaut.

Spannend ist die Entstehung und Entwicklung der Erde aus verschiedenen montanwissenschaftlichen Gesichtspunkten, begründet Klaus Pursche sein breit gefächertes Interesse an allem, was mit dem Bergbau, der Mineralogie und Geologie zusammen hängt.

Mit Spannung darf man erwarten das sein Vortrag Bergbau im Oberen Allertal – Die Burbach Kaliwerke – Teil zwei, weitere interessante Details der Rolle Magdeburgs in der Bergbaugeschichte Mitteldeutschlands an das Licht befödert.

Dass Gerhard Korte, der Magdeburger Industrielle, maßgeblichen Anteil an der Erschließung der Kalilagerstätte im Allertal zwischen Eilsleben und Walbeck hatte, sollte wohl damit hinreichend bewiesen sein.

Und vielleicht ergeben sich auf der 51. Magdeburger Mineralienbörse am 5. November 2017 von 10 bis 16 Uhr im AMO-Kulturhaus Magdeburg auch dies oder jene interessante Neuigkeiten oder Sammlerstücke.

Vielleicht weckt es bei den Besuchern genau jenes Interesse, dass eine Beschäftigung in und mit der Natur ein wertvoller Ausgleich zu den täglichen Aufgaben darstellt. Auch Klaus Pursche wird sicher unter den Besuchern sein und viele alte Bekanntschaften und Bergfreundschaften wieder auffrischen können.

Klaus Pursche in seinem Arbeitszimmer. Die Arbeit Untertage prägte sein Leben.
Klaus Pursche in seinem Arbeitszimmer.
Die Arbeit Untertage prägte sein Leben.

Literaturhinweis
Gunnar Meyenburg
Nördlicher Mittelharz
Geologische Vielfalt rund um den Brocken
2017, 200 S., 215 farb. Abb., 22 Kart., 1 Tab., Broschur, 12 x 19 cm
ISBN 978-3-494-01656-6   Best.-Nr.: 494-01656, € 16,95

Im Buch (Taschenbuchformat) sind Wanderungen zu erdgeschichtlich interessanten, montanwissenschaftlich-historischen Zeugnissen ebenso beschrieben, wie rezente Erscheinungsformen geologischer Vorgänge rund um den Mittelharz.

Kartenwerk, Übersichten zu Museen, Besucherbergwerken und besuchenswerten Einrichtungen ergänzen den Führer durch die einmalige Gebirgslandschaft in der Mitte Deutschlands.