1. Internationales Flößer-Camp in Magdeburg
(F.T./J.H.) Das erste multinationale Camp der Flößer ist zu Ende. Jugendliche aus sechs Ländern bauten in Magdeburg gemeinsam mit erfahrenen Flößermeistern aus Schiltach (Schwarzwald) und Lychen (Brandenburg) ein 19 Meter langes und 20 Tonnen schweres Floß „Albis 2“ und befuhren die Elbe zwischen dem Bauplatz in Westerhüsen bis zum Hanseterminal in Rothensee.
Neben der Pflege dieser traditionellen Handwerkskunst als von der UNESCO anerkanntes Immaterielles Kulturerbe der Menschheit standen die internationale Zusammenarbeit, das Erlernen von unterschiedlichen Techniken des nachhaltigen Werkstoffes Holz, der Erfahrungsaustausch und natürlich auch das gesellige Leben nach getaner Arbeit im Camp im Mittelpunkt, welches dank großartiger Unterstützung beim Wassersportvereins Buckaus Fermersleben aufgebaut werden konnte.
Die Versorgung übernahm das Team vom „Bootshaus am Yachthafen“. Auch Mitglieder der Fachgruppe Elbeflößer beim Kultur- und Heimatverein Magdeburg halfen tatkräftig mit. Und auch die Frauen vom Heimatverein Beyendorf-Sohlen in ihren traditionellen Trachten faszinierten die ausländischen Gäste mit leckerem selbstgebackenem Kuchen.
Der Schirmherr des großen internationalen Projektes, Wirtschaftsminister Sven Schulze, dankte den Wegbereitern dieses Treffens, der Arbeit und Leben Sachsen-Anhalt gGmbH und der Internationalen Flößereivereinigung sowie dem Projektpartner Petro Aqua aus dem rumänischen Petrosani, vor der Fahrt auf der Elbe ganz herzlich für das große Engagement.
Der Präsident des Internationalen Flößervereins, Frank Thiel bezeichnete selbst dieses Projekt als die Erfüllung eines Lebenstraumes und bedankte sich bei den Schiltacher und Lychener Floßbaumeistern für eine gelungen Lehrvorführung des Floßbaus.
Sein ganz besonderer Dank galt der Europäischen Union, die dieses Camp mit Mitteln aus dem ERASMUS-Programm zur Förderung der internationalen Begegnung und der friedlichen Völkerverständigung mitfinanziert hatte.
Mehr als ein Dutzend Behörden und Einrichtungen von Bund, Land und Landeshauptstadt sowie Unternehmen aus Region unterstützen durch ihre Arbeit die Vorbereitung und den erfolgreichen Verlauf dieses Treffens. Der prall gefüllte Tageskalender wurde ergänzt mit Seminaren zu Rolle des Holzes als nachhaltiger Rohstoff, zum Umgang mit der Flößerei als Immaterielles Kulturerbe der Menschheit, mit Diskussionen zur ehrenamtlichen Tätigkeit der Vereine in den Ländern und der Verantwortung für die jungen Generationen.
Unter großer Anteilnahme der Öffentlichkeit und Begleitung durch die Medien wurde das Gefährt in zwei Tagen mit traditionellen Methoden gefertigt, zu Wasser gelassen und am 1. August 2024 auf der Elbe über eine Strecke von 16 Kilometern gefahren.
Nach einer, von Kapitän Dietmar Felke sicher durch die Enge am Domfelsen gesteuerten vierstündigen Fahrt machte die internationale Besatzung am Hanseterminal fest.
Das Floß soll zum Deutschen Flößertag 2025 in Magdeburg eine Renaissance erfahren und damit den Erhalt der traditionellen Floßbaukunst an der Elbe weiter dokumentieren.
Die Jugendlichen aus Rumänien, Spanien, Slowenien, Litauen, Italien und Deutschland verabschiedeten sich begeistert und versprachen, die Idee der weiteren internationalen Zusammenarbeit in ihren Heimatvereinen zu verbreiten.
Der einheitliche Tenor der Beteiligten war: Das werden wir unbedingt wiederholen, an anderen Orten und in anderen Ländern! Als Fazit bleibt: „Magdeburg war eine gelungene Wahl für das erste multinationale Flößer-Camp und maßstabsetzend“.

Zahlreiche Zuschauer links und rechts der Elbe nahmen großen Anteil an der Floßfahrt der Mädchen und Jungen.
























